6 Wochen auf der Sea-Eye 4

„Jedes Menschenleben muss der Rettung wert sein und bleiben“

Allein in diesem Jahr starben bis Ende August 1.214 Menschen bei dem Versuch das Mittelmeer zu überwinden. Sie fliehen vor Kriegen, Gewalt, Hunger und Elend und hoffen darauf, in Europa ein winziges Stückchen Zukunft zu finden.
„Ich bin es leid, über Seenotrettung zu diskutieren. Menschen vor dem sicheren Tod zu retten ist ein Gebot der Menschlichkeit. Und einfach als Mensch kann ich dem Sterben nicht tatenlos zusehen und habe mich an der letzten Mission der SeaEye4 als Paramedic beteiligt“, sagt Andreas Krahl, Mitglied des bayerischen Landtags von Bündnis90/Die Grünen.

In unserer Veranstaltung „Sechs Wochen auf der Sea-Eye“ wird Andreas Krahl über seine Erfahrungen auf dem Seenot-Rettungsschiff „SeaEye4“ berichten und uns einen Einblick über Fluchtursachen im Mittelmeerraum geben sowie darüber, was wir seiner Meinung nach auch hier vor Ort beitragen können.
Nach dem Impulsvortrag besteht ausreichend Gelegenheit für Fragen und für eine Diskussion.


Vor Ort gelten die aktuellen Infektionsschutzbestimmungen, Einlass nur mit 3G (getestet, geimpft, genesen).

Internationale Wochen gegen Rassismus

Vom 15. – 23. März 2021 finden die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Ihr könnt bei der digitalen Auftaktveranstaltung live am 15. März 2021 um 17.00 Uhr dabei sein.

Hier findet ihr den Link zur Seite der Stiftung gegen Rassismus, die die Auftaktveranstaltung gestaltet und überträgt.

Anlässlich der Aktionswochen möchten wir euch hier erneut aufmerksam machen auf die Zustände an den EU-Außengrenzen, die nach wie vor dramatisch sind.

  • Lest dazu den Bericht der Aktion sea-eye:

Fight Racism in the Mediterranean

Rassismus ist und bleibt ein ernstzunehmendes Problem unserer Gesellschaft. Auch die Zustände an den EU-Außengrenzen zeugen davon, wie der Wert von Menschenleben aufgrund von Herkunft und Hautfarbe unterschieden wird. Wir wollen deshalb anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 15. -28.03. mit euch zusammen auf die unterlassene Hilfeleistung bei der Rettung Flüchtender im Mittelmeer aufmerksam machen.

Die rassistischen Strukturen der EU-Politik im Mittelmeer zeigen sich deutlich, wenn man den Umgang mit in Seenot geratenen Flüchtenden mit dem mit Europäer*innen in derselben Situation vergleicht. Um diese diskrimierenden Strukturen exemplarisch darzustellen, haben wir folgenden Alarmphone-Fall als Beispiel für unterlassene Hilfeleistung von Menschen in Seenot für euch aufbereitet:

Am 09. April 2020 startete ein Schlauchboot in Qarapoli, Libyen, mit 63 Menschen an Bord. In der Nacht vom 10. auf den 11. April setzten die Menschen einen Notruf an Alarmphone ab, zu diesem Zeitpunkt befanden sie sich in der maltesischen SAR-Zone (Such-und Rettungszone) in Seenot. Alarmphone leitete den Notruf unmittelbar an maltesische, italienische, libysche, portugiesische und deutsche Behörden sowie die EU-Agentur Frontex Sea-Eye e. V. -Referat Mitglieder & Ehrenamtmitmachen@sea-eye.de / sea-eye.orgweiter. Nach mehreren vergeblichen Versuchen eine Küstenwache zur Rettung zu bewegen, organisierten die italienische sowie die maltesische Küstenwache am 12. April einen Suchflug und konnte den genauen Ort des Schlauchboots ermitteln. In der Nacht vom 14. April näherte ein Frachtschiff sich den Menschen in Seenot. Wegen schlechter Seebedingungen und mangels Anweisung des anwesenden maltesischen Militärflugzeugs unterließ das Frachtschiff jedoch jegliche Hilfeleistung. Auf Anordnung der maltesischen Küstenwache verließ das Frachtschiff die Szene ohne einen Rettungsversuch gestartet zu haben.

Fast 4 Tage nach dem ersten Notruf nahm ein Fischerboot die 51 Überlebenden an Bord und brachte diese auf Anweisung der maltesischen Küstenwache in einem illegalen Push-Back zurück nach Libyen. Insgesamt befanden sich unter den 51 Überlebenden 40 Männer, 8 Frauen und 3 Kinder aus Eritrea und dem Sudan. In den 6 Tagen, in denen die maltesische Küstenwache sowie andere europäische Behörden eine Rettung verweigerten und untätig blieben, starben 5 Menschen aus Eritrea und Ethopien an Dehydrierung und 7 ertranken.

Diesem sehr drastischen Beispiel von unterlassener Hilfeleistung für Flüchtende in Seenot, steht folgender Fall gegenüber, der beispielhaft zeigt, wie Seenotrettung durch staatliche und EU-Institutionen aussehen sollte und kann:

In der Nacht vom 18. auf den 19. August 2018 fiel eine 46-jährige Britin stark alkoholisiert vom Kreuzfahrtschiff Norwegian Star in die kroatische Adria. Um 6:30 Uhr wurde vom Kapitän ein Notruf abgesetzt und kurz darauf eine aufwändige Suchaktion gestartet. Involviert waren hier die kroatische Marine und Küstenwache, ein Suchflugzeug und Privatboote. Nach zehn Stunden im 20 Grad warmen Wasser wurde sie dann um 9:40 Uhr von einem kroatischen Rettungsschwimmer wohlbehalten an Bord eines Marineschiffs gebracht.

Dieses Beispiel zeigt, wie Menschen gerettet werden sollten, die im Mittelmeer zu ertrinken drohen. Leider zeigt die Praxis nicht nur im oben genannten Fall, dass offensichtlich Unterschiede darin gemacht werden, wer gerettet wird und wer nicht. Für uns ist klar: Das Problem heißt Rassismus, auch im Mittelmeer. Diesem strukturellen Rassismus treten wir entschieden entgegen und fordern: Jeder Mensch muss aus Seenot gerettet werden, egal wo die Person herkommt, welche Hautfarbe und welche Religion sie hat.

Als weiterführende Lektüre zu der Thematik empfehlen wir euch einen Artikel von AlarmPhone.“

  • Am 08. März kam die Meldung, dass die Crewmitglieder der juventa 10, die durch ihre Rettungseinsätze im Mittelmeer vielen Menschen das Leben gerettet haben, in Italien wegen „Beihilfe zur illegalen Einreise“ angeklagt sind. Ihnen drohen bis zu 20 Jahren Haft.

Hier findet ihr die Petition zu diesem Fall und hier könnt ihr mehr über die Organisation „we are juventa 10“ lesen.

Die Situation der Menschen, die dort seit Jahren leben, ist katastrophal.

  • Nach den Plänen der EU-Kommission „New Pact on Migration and Asylum“ sollen Asylanträge in Zukunft direkt an den Außengrenzen im Schnellverfahren abgewickelt werden.

Nur noch wenige Menschen würden überhaupt in ein reguläres Asylverfahren kommen, die meisten würden in einem Schnellverfahren an der Grenze sofort wieder abgewiesen werden. Lest über diese Pläne hier mehr bei ProAsyl.

Liebe Freunde und Freundinnen unseres Patenprojekts,

bitte teilt diese Informationen! Viele Leute wissen nichts davon, es wird kaum darüber berichtet. Und viele Leute halten es inzwischen für normal, dass es so ist. Es ist nicht normal! Es ist nicht das Leben, das wir uns vorstellen, wenn uns humanitäre Werte etwas bedeuten – ein Leben in Würde, Freiheit und Frieden. Wir müssen darüber sprechen und für ein menschliches Miteinander eintreten. Nicht nur in den Wochen gegen Rassismus. Immer und an jedem Ort.
Jeder Mensch kann von Rassismus betroffen sein.

Und wer erhebt dann seine Stimme, wenn wir jetzt schweigen?

Teilt eure Erfahrungen, eure Gedanken und eure Visionen für die Zukunft!

Wohnung gesucht

1-/2-Zimmer-Wohnung gesucht:

Aktuell darf ein Ehepaar aus der Gemeinschaftsunterkunft ausziehen und sucht eine Wohnung in Wasserburg. Die Frau hat hier eine Arbeitsstelle und der Mann macht zur Zeit eine Ausbildung in Rosenheim. Das Landratsamt übernimmt im Moment noch Kosten von bis zu 620€ für die Wohnung.

Und: Eine Mutter mit 5 Kindern sucht ebenfalls eine Wohnung.

Weitere Informationen erhaltet ihr gern im Pfarramt bei Monika Rieger.

Tel.: 08071 – 8690
Bürozeiten: Mo, Mi. Fr. 9-11 Uhr, Do 15 -17 Uhr

Vielen Dank für ’s Teilen!

Neueröffnung: Konaté – international food & more

Afrikanische Küche? Arabisches Essen? Oder asiatisch? Ab sofort kein Problem – es gibt einen neuen Laden in Wasserburg:

Konaté – international food & more

Foto: Rieger

Unter dem Motto „Pack dir die halbe Welt in die Tüte“ findet ihr in der Schustergasse 3 ab sofort feine afrikanische, asiatische, indische und orientalische Lebensmittel.

Johanna und Sekou sind leidenschaftliche Köche und stellen euch ab jetzt jede Woche ein Produkt samt Rezept vor. Das Rezept hängt jeweils im Schaufenster, so dass ihr es fotografieren und ausprobieren könnt.

Für euch haben wir hier ein exklusives Interview mit Johanna:

Wie ist die Idee entstanden und wie lange habt schon geplant, einen eigenen Laden zu eröffnen?

Johanna: Die Idee hatten wir schon sehr lange. Immer wieder, wenn wir etwas kochen wollten, haben wir die Zutaten nicht vor Ort bekommen und mussten nach Rosenheim oder München fahren. Das Konzept für den Laden haben wir aber erst Ende letzten Jahres ausgearbeitet.

Was waren die größten Herausforderungen?

Johanna: Die größte Herausforderung war, Lieferanten zu finden, bei denen wir mit der Qualität zufrieden sind. Wir haben einige Obst- und Gemüsesorten in Bio-Qualität und wir versuchen, bei kleinen lokalen Anbietern einzukaufen. Wir wollen nachhaltig arbeiten und möglichst wenig Plastik im Laden haben, aber leider lässt sich das nicht ganz vermeiden. Wo es möglich ist, bestellen wir Ware im Glas. Und im Laden gibt es für unsere Kunden nur Papiertüten und Stoffbeutel. Natürlich soll auch alles preislich erschwinglich bleiben. Eine weitere große Herausforderung ist es für uns, eine Brücke zu schlagen zwischen internationalen Kunden und Wasserburgern – wir wollen für alle da sein, und alle sollen von unserem Laden profitieren. Deshalb haben wir z.B. auch die Gewürze von Just Spices aufgenommen oder das feine Bio-Eis „Eiskalte Liebe“ von Simon Stuber aus Ampfing mit Bio-Vanille aus dem Kongo.

Was ist euer Tipp: Was sollen eure Kunden unbedingt mal probieren?

Johanna: Jeder soll einfach das probieren, worauf er Lust hat! Wir stellen jede Woche ein Produkt vor, z.B. in dieser Woche die Kochbanane: Was kann man damit machen? Welche Nährstoffe sind drin? Und dazu gibt’s dann auch immer ein Rezept, und natürlich findet ihr alle Zutaten dafür im Laden. Und wir haben wunderbare Kochbücher – „Ägyptisch kochen“, „Die sinnliche Küche Afrikas“, „Balinesisch kochen“, „Indisch kochen, „Arabisch kochen“, „Afghanisch kochen“, „Persisch kochen“, „Orientalisch kochen“, „Westafrikanisch kochen“, „Türkisch kochen“ und „Ostafrikanisch kochen“.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Johanna: Wir wünschen uns, dass die Leute gern zu uns kommen und dass sich hier alle Nationalitäten, Kulturen, Sprachen und das Essen aus der halben Welt miteinander verbinden und dass die Menschen daran Freude haben.

Vielen Dank für das Interview!
Wir wünschen euch viel Glück und viel Freude in eurem Laden
und freuen uns auf euer wunderbares Angebot! 🙂

Die andere Neujahrsansprache

Neujahrsansprache!

von Thomas Nowotny und Stephan Reichel (matteo)

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, liebe Frau Dr. Merkel, 

heute Abend stehen wir am Beginn eines neuen Jahres, das uns Hoffnung bringen könnte nach schweren Zeiten, nicht nur für die Überwindung der Pandemie, sondern auch für ein besseres Miteinander, das die zu uns geflüchteten Menschen mit einschließt.

Wir hatten alle Zeit, in der verordneten Pause, nachzudenken, wie wir eine menschlichere und solidarische Gesellschaft besser gestalten können.

Wir sind eine Gruppe von Menschen aus Vereinen, Kirchen, Kultur, Medizin und Wirtschaft, die in den letzten Jahren dazu beigetragen haben, dass die Aufnahme und Integration der Geflüchteten weitgehend gelingen konnte. Wir möchten heute auch für die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sprechen, die versucht haben, Willkommen und Aufnahme zu gestalten und Sie zu unterstützen.

Wir sind überzeugt: Es gibt gute Gründe, zuversichtlich zu sein, dass es eine menschliche Asylpolitik in Deutschland und Europa geben kann. 

Vor fünf Jahren, als eine knappe Millionen Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak kamen, sagten Sie:  „Wir schaffen das“,  und wir haben es geschafft, Dank dem Einsatz und der Zuwendung von Millionen von deutschen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die mit angepackt haben. Es wurde Unterkunft und Betreuung organisiert, es wurde Schulunterricht angeboten, Deutschstunden, Integrationskurse. Zehntausende von deutschen Betrieben nahmen die Geflüchteten gerne an und auf. Ohne diese zu uns geflüchteten Menschen würden viele Wirtschaftszweige nicht mehr funktionieren, die Herausforderung in Pflegeheimen und Krankenhäusern wären gerade jetzt nicht zu stemmen. Als besonders gut integriert können Menschen aus Afghanistan gelten, die ihren Weg in Arbeit und Ausbildung gefunden haben.

Liebe Frau Merkel, Sie haben 2015 den Schutzsuchenden und uns Kraft und Zuversicht gegeben. Dafür möchten wir Ihnen heute danken. 

Dennoch möchten wir nicht verschweigen, dass es Fehlentwicklungen in der von Ihnen zu verantwortenden Asylpolitik gab und gibt.

Erlauben Sie uns heute, einige dieser Defizite zu benennen.

  • Die Flüchtlingszahlen in  Deutschland gingen nach 2016 rasant herunter, ohne dass die Fluchtursachen weggefallen wären. Grund sind neue Zäune und Barrieren auf dem Weg nach Europa, die Ihre Regierung mit errichtet hat. Viele Menschen werden auf den gefährlichen Seeweg gezwungen. Zu deren Rettung tragen Kirchen und private Organisationen bei, aber leider nicht Ihr Innenminister. Stattdessen torpediert er die Bemühungen um Seenotrettung und toleriert illegale Push-Backs unter den Augen von Frontex.
  • Viele Flüchtlinge stecken heute in den gefängnisartigen Lagern der Ägäis fest. In Moria 2 stehen viele Zelte unter Wasser; überall ist es voller Schlamm. Die seit über einem Jahr versprochene Evakuierung aus Moria wird von Ihrem Innenminister blockiert. Im Lager Kara Tepe auf der Insel Lesbos wurde nachts ein dreijähriges Kind vergewaltigt. Im Lager Vathy auf Samos werden die Babys und Kleinkinder von Ratten gebissen. Das macht uns fassungslos, mehr aber noch die Untätigkeit der EU unter deutscher Ratspräsidentschaft.
  • Die deutschen Asylverfahren waren und sind nicht fair. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hält die Anerkennungsquoten künstlich niedrig. In 2020 wurden etwa 60% der Ablehnungsbescheide des Bamf für Afghanistan von Verwaltungsgerichten aufgehoben. Auch für andere Herkunftsländer gilt: Eine große Zahl von Asylentscheidungen ist fehlerhaft und nicht nachvollziehbar.
  • Es gibt keine faire und menschliche Verteilung der Flüchtlinge innerhalb Europas. Länder wie Polen, Ungarn oder Bulgarien betreiben eine offen rassistische Politik gegen Flüchtlinge. Sie bestimmen den Ton, den Diskurs und die Kompromisse innerhalb der EU. Zum Glück hat Covid 19 zu einem weitgehenden Moratorium der unsinnigen Dublin-Transfers geführt. Die Zeit könnte man nutzen, um endlich eine menschlichen Verteilung zu erreichen mit Ausgleichszahlungen von Ländern, die nicht aufnehmen wollen oder können.
  • Zunehmend werden Asylbewerber in Deutschland nicht mehr dezentral in Dörfern und Städten untergebracht, sondern in großen Lagern, abgeschottet von unserer Bevölkerung. Sie sind dort abgeschnitten von Zugang zu rechtlicher Unterstützung und medizinischer Versorgung, sie verpassen den Weg in die Integration. Wir brauchen eine Rückkehr zur Verteilung über das Land und Zulassung von privater Wohnsitznahme.
  • Aufgrund unzureichender und widersprüchlicher Bundesgesetze und Regelungen ist es Bayern und anderen Bundesländern möglich, das vom Bund gesetzlich verankerte Bleiberecht über Ausbildung und Integration zu behindern. Man nutzt dazu „Schlupflöcher“, um Ausbildung insbesondere für Afghanen zu verbieten und Abschiebungen von unbescholtenen Menschen zu forcieren.
  • In der Covid 19 Krise wurde die Benachteiligung der Geflüchteten überdeutlich, die in einer alptraumhaften Parallelwelt zu der behüteten, manchmal überbehüteten „deutschen“ Welt leben müssen. Während wir aus guten Gründen gehalten sind, Abstandsregeln und Kontaktverbote einzuhalten, werden Migranten gezwungen in überfüllten engen Heimen zu leben mit Gemeinschaftsduschen, gemeinsamen Toiletten und Kantinen. Die vom Staat geförderte Infektionsrate ist entsprechend hoch. Die Lager werden mit Bauzäunen und Wachschutz oft monatelang unter Quarantäne gestellt, bis sich alle angesteckt haben. Kinder können nicht zur Schule gehen und mangels WLAN nicht mal am Fernunterricht teilnehmen. Während für „uns“ strikte Reiseverbote und Ausgangssperren gelten, werden Flüchtlinge mit aufwändigen Transfers und Flügen in vom Virus besonders getroffene Länder abgeschoben.
  • Nicht umsonst hat ein internationales Tribunal in Berlin im Dezember festgestellt, dass das Menschenrecht auf Gesundheit bei Geflüchteten und Migranten in Deutschland und Europa systematisch verletzt wird.

Liebe Frau Dr. Merkel, heute am Vorabend des Neuen Jahres gilt es, in sich zu gehen. Es sieht so aus, als ob wir das Coronavirus mit Impfungen in den Griff bekommen und besiegen können. Wir sollten nun auch das Virus des Rechtspopulismus besiegen und zu einer menschlichen und christlichen Flüchtlingspolitik zurückkehren. Leiten Sie eine Wende ein. Etablieren Sie wieder ein faires Asylverfahren, ermöglichen Sie Integration und Ausbildung. Kümmern Sie sich um die auf dem Weg zu uns Gestrandeten. Bekämpfen Sie ernsthaft die Fluchtursachen wie wirtschaftliche Ausbeutung, kriegerische Konflikte und Waffenhandel. Bauen Sie an guten Wegen der Rückkehr in wirklich sichere Heimatländer, die Menschen, die in Deutschland keine Perspektive finden, beschreiten können, ohne harte Abschiebemaßnahmen in Ungewissheit erdulden zu müssen.

Stoppen Sie alle Abschiebungen inmitten der unbewältigten Pandemie, ganz konkret die geplante besonders gefährliche Abschiebung nach Afghanistan Mitte Januar. Lassen Sie das Neue Jahr nicht mit einer erneuten Verletzung der Menschenrechte beginnen.

Sehr geehrter Frau Bundeskanzlerin, 

in Ihrer letzten Neujahrsrede haben Sie gesagt: „Dazu brauchen wir mehr denn je den Mut zu neuem Denken, die Kraft, bekannte Wege zu verlassen, die Bereitschaft, Neues zu wagen, und die Entschlossenheit, schneller zu handeln, in der Überzeugung, dass Ungewohntes gelingen kann.“ und weiter: „dabei tragen uns die Werte des Grundgesetzes von Freiheit, Solidarität und der Achtung der Würde jedes einzelnen Menschen…“ Genau das gilt auch und besonders für die deutsche Asylpolitik. Gehen Sie neue Wege.

Machen Sie Ihr letztes Regierungsjahr zu einem Jahr des Erfolges der Humanität und Demokratie, einem Erfolg, der mit Ihrem Namen verbunden wird. 

Sie schaffen das. 

So werden Sie als kluge, besonnene und herzliche Kanzlerin in die Geschichte eingehen. Das haben Sie verdient.

Sorgen Sie dafür, dass auch Ihre potentiellen Nachfolger Ihren guten Weg fortsetzen. 

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen, Ihrer Familie und Ihrer Regierung  ein gesundes, frohes und gesegnetes neues Jahr 2021.

Hier findet ihr die Petition dazu: Keine Abschiebungen nach Afghanistan!

Frohe Weihnachten!

Foto: Raithel

Liebe Unterstützer*innen, liebe Freunde,

ein langes Jahr voller Corona geht zu Ende … und es ist kein Ende in Sicht. Das macht Angst, Unsicherheit und auch Wut. Viele sind alleine in ihren kleinen Wohnungen, viele haben ihre Freunde und Familien lange nicht mehr gesehen, einige haben ihre Jobs verloren und wissen nicht, wie es weitergeht. Andere arbeiten im Dauerstress und kommen nicht mehr zur Ruhe.

In diese Dunkelheit hinein scheint das Licht von Weihnachten – Jesus wird geboren, ein helles Licht in dunkler Nacht.

Wir teilen dieses Licht, die Wärme und die Hoffnung. Jeder kann ein Licht für andere sein. Jeder von uns kann eine Kerze anzünden, jedes kleine Licht macht die Welt ein wenig heller – und das Licht wird mehr, wenn man es teilt. Wir sind als Menschen auf Gemeinschaft angewiesen, auf Nähe und Kontakt. Wir brauchen Bewegung und Freiheit. Wir alle brauchen ein Licht von anderen.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die ihr Licht leuchten lassen – mit einem Lächeln, einem Anruf, einem offenen Ohr, mit eurer Zeit und eurer Unterstützung. Ihr alle habt dieses vergangene Jahr ein wenig heller gemacht!

Der Friede und die Freude der Weihnacht
mögen dir bleiben als Segen im ganzen kommenden Jahr.

Irischer Segen

Ich wünsche euch allen gesegnete und frohe Weihnachten und ein glückliches gesundes neues Jahr mit vielen bunten Lichtern, die leuchten und unsere Welt erhellen. Hört nicht auf zu leuchten!

Julia

Möbel und schöne Sachen für die Wohnung gesucht

Liebe Unterstützer*innen,

eine junge Familie aus Afghanistan mit 3 kleinen Kindern hat nach langem Suchen endlich eine eigene Wohnung im Burgerfeld gefunden. Jetzt brauchen sie noch Möbel, wie z.B. Sofa, Stühle, Tisch, Regale, … und ein paar Sachen, die die Wohnung gemütlich machen, wie z.B. Teppiche, Vorhänge, Lampen, ….

Wenn ihr etwas habt, das gut erhalten ist und das ihr abgeben könnt, dann meldet euch doch einfach über einen Kommentar (unter dem Beitrag). Wir leiten euch dann gern die Telefonnummer weiter.

Vielen Dank für eure Unterstützung!

Ausstellung „Alle Menschen“

Die Ortsgruppe von Amnesty International lädt ein zur

Ausstellung „Alle Menschen“

30. September bis 23.Oktober 2020

„Dieses Jahr feiern die Vereinten Nationen (UN) ihren 75. Geburtstag und die Staaten der UN verabschiedeten kurz darauf die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“. Die Geschichte der Menschenrechte ist auch die Geschichte ihrer Missachtung. Fortschritt kommt in Wellen, er ist nicht linear. Staaten haben die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ zwar vor 70 Jahren erschaffen, doch es scheint, als wären sie gegenwärtig nicht sonderlich an ihrer Weiterentwicklung interessiert. Im Gegenteil: Viele Regierungen sehen sich nicht mehr an ihre Verpflichtungen gebunden.

Diese Ausstellung blickt auf einzelne Menschenrechte sowie Ereignisse und Persönlichkeiten, die exemplarisch für die Entwicklungen in den vergangenen 70 Jahren stehen. Diese Bilder können der Komplexität dieses Thema nicht annähernd gerecht werden – sie setzen vielmehr Schlaglichter, die uns an Meilensteine und an Rückschläge erinnern, und auch daran, von welchen Rechten viele von uns tagtäglich Gebrauch machen.

Besuchen Sie die sehr sehenswerte Ausstellung mit brillanten Fotos!“

Wo? Foyer im Rathaus der Stadt Wasserburg am Marienplatz 2

Wann? Während der Öffnungszeiten des Rathauses

Montag bis Freitag        08:00 – 12:30 Uhr

Montag und Dienstag   14:00 – 16:00 Uhr

Donnerstag                  14:00 – 17:00 Uhr

A Short Story of Moria

Milad, 21, berichtet aus dem Lager Moria – vor und nach dem Brand. Sein Film zeigt die Situation der Familien, die Situation der Kinder. Er berichtet von Angst, Hunger und Gewalt. Schaut euch den Film an und teilt ihn. Jeder sollte das wissen, es ist Europa! Am Sonntag 29.09.2020 ist der nationale Tag des Flüchtlings.

Wir können etwas tun: