Update: Familienzusammenführung

Familie S München

Liebe UnterstützerInnen!

Familie Sakandari ist in München angekommen. Vielen Dank für eure Unterstützung! Wir sind sehr froh, dass ein Großteil der Flüge dank eurer Spenden bezahlt ist. Momentan lebt die Familie in einer Münchner Erstaufnahmeeinrichtung und wir bemühen uns jetzt, dass sie möglichst schnell hier in den Landkreis umziehen dürfen. Dafür benötigen wir weiterhin eure Unterstützung. Vielen Dank an euch alle! 🙂 Wir halten euch auf dem Laufenden.

Wasserburger Stimme: Tränen der Freude bei Familie (25.01.2018)

 

Familie S

Endlich, nach über zwei Jahren der Trennung,
kommt die Familie Sakandari wieder zusammen.

Nachdem die Taliban die Familie mit ihren acht Kindern überfallen hatten, wobei die 8-monatige Tochter getötet und Frau Sekandari schwer verletzt wurden, sollte auch noch der älteste Sohn von den Taliban entführt werden. Daraufhin verließ die Sekandaris ihr Heimatland Afghanistan. Auf ihrer Flucht durch den Iran wurde die Familie an der Grenze zur Türkei gewaltsam getrennt. Nun schlug sich Herr Sekandari mit dem 7-jährigen Mobarez alleine durch und erreichte im Dezember 2015 Deutschland. Wasserburg wurde den beiden zur neuen Heimat. Frau Sekandari, war nun mit Ihren sieben Kindern auf sich allein gestellt. Für einige Wochen verblieb sie in der Türkei, um dann doch noch nach Griechenland zu gelangen. Mittlerweile waren die Grenzen abgeriegelt und Frau Sekandari blieb mit den Kindern in Lager Igomeni an der Grenze zu Macedonien hängen. Nun wurden wir vom Helferkreis auf das Schicksal der Familie aufmerksam. Wir erhielten die Information, dass eine offizielle Ausreise von Griechenland nach Deutschland, basierend auf dem Dublin-II-Abkommen, möglich ist. Wir verschafften für Frau Sekandari einen Kontakt zur Organsiation Ecumercial Refugee Programm in Athen. Diese Organisation kümmerte sich um die sehr, sehr aufwendigen Formalitäten. Nun nach fast zwei Jahren ist es soweit. Frau Sekandari und ihre Kinder können nach München ausgeflogen werden. Nur, die Tickets dazu müssen sie selber kaufen. Das Geld hat weder Frau noch Herr Sekandari. Wir sprechen von ca. 1.500 Euro. Einen Teil konnten wir schon über Spenden organisieren.

Es wäre schön,
wenn auch Sie einen Beitrag zur Familienzusammenführung leisten könnten.

Ihre Spende überweisen Sie bitte auf das Konto des
Evangelisch-Lutherischen Pfarramts Wasserburg
DE17 7115 2680 0000 002535
Verwendungszweck: Familie Sekandari.

Sebastian Weger

Herzlichen Dank für eure Unterstützung! 🙂

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5. Asylgipfel in München

ovb Asylgipfel 1_18
ovb 22.01.2018

Auch aus unserem Helferkreis nahmen 4 Personen am Asylgipfel teil. Es war eine beeindruckende und ermutigende Veranstaltung. Es geht nicht darum, dass einzelne Helfer überfordert und unzufrieden sind, sondern es geht um eine breite Schicht der Bevölkerung, die sich zivilgesellschaftlich für ein friedliches und würdevolles Leben miteinander engagieren. Dazu wollen wir uns mit anderen Organisationen vernetzen und gemeinsam für Menschenrechte und Demokratie eintreten.

Wir wehren uns gegen Lager für Asylbewerber, gegen Arbeits- und Ausbildungsverbote und gegen Abschiebungen nach Afghanistan. Es gibt ein breites zivilgesellschaftliches Engagement, das Integration in den letzten Jahren unterstützt hat. Viele Menschen sind entsetzt über die geplante Politik. Wir sehen die Herausforderungen durch Migration und wir gehen davon aus, dass Mauern Migranten nicht stoppen werden. Massives Sicherheitspersonal wird auch keine Sicherheit garantieren können, wenn Menschen ohne Perspektive in Lagern leben müssen. Die einzige humanitäre Chance ist Integration – im Kontakt mit Menschen vor Ort, mit Bildungs- und Arbeitsperspektiven und Teilhabe an der Gesellschaft. Dafür setzen wir uns ein, und das soll von den gewählten Politikern in einem demokratischen Prozess gehört werden.

Asylgipfel Jan 2018
„Menschenrechte wählen“ – Foto vom Asylgipfel

Weitere Artikel zum Asygipfel:

Asylhelfer wollen neue Allianzen bilden (Evangelisches Sonntagsblatt 21.01.2018)

Helfer sind von Politik enttäuscht (Süddeutsche Zeitung 22.01.2018)

Matteo.Kirche und Asyl: Tragische Wende – Zum Sondierungsergebnis GroKo für Migration (20.01.2018)

Flüchtlingsrechte, geopfert auf dem GroKo-Altar (Pressemitteilung des Bayerischen Flüchtlingsrats 14.01.2018)

Bayerns Flüchtlingspolitik und ihre Opfer (Pressemitteilung des Bayerischen Flüchtlingsrats 09.01.2018)

Demonstration 23.01.

Der Bayerische Flüchtlingsrat und die Karawane München
rufen auf zur Demo gegen Abschiebungen nach Afghanistan

„Am 23. Januar wird von Düsseldorf der nächste Abschiebeflieger nach Kabul starten. Vor allem Bayern lieferte in der Vergangenheit viele Afghanen zur Abschiebung – dabei keineswegs nur Straftäter oder Gefährder, sondern Menschen, die hier kurz vor der Heirat standen, gut integrierte junge Männer, und auch kranke Flüchtlinge. Damit schürt die bayerische Regierung gezielt Angst unter afghanischen Flüchtlingen. Im vergangenen Jahr wurde Afghanistan erneut von den Vereinten Nationen zum Kriegsgebiet erklärt. Die Bundesregierung, aber vor allem Bayern ignorieren sträflich die Situation in Afghanistan.
Protestieren wir gegen diese Politik der Menschenfeindlichkeit, Ignoranz und des zynischen Wahlkalküls! Stehen wir ein für Integration statt Abschiebung!“

Bayerischer Flüchtlingsrat

Demonstration in München |23.1.2018 um 18 Uhr | Marienplatz
Ende gegen 19:30 Uhr vor dem Bayerischen Innenministerium (Odeonsplatz)

 

Ganz aktuell dazu:
Pressemitteilung des Bayerischen Flüchtlingsrats vom 22.01.2018:

Abschiebungen nach Afghanistan stoppen

Afghanistan erlebt einen starken Anstieg an Anschlägen und Kampfhandlungen, die auch zunehmend auf die Zivilgesellschaft zielen. Dies beweist erneut der Angriff auf ein internationales Hotel am Wochenende. Im letzten Jahr haben die Vereinten Nationen Afghanistan von einem „Nach-Konflikt-Staat“ wieder zum Konflikt-Staat umklassifiziert. Die Aussage der Bundesregierung, dass es in Afghanistan „sichere Regionen“ gebe, geht an der Wirklichkeit vorbei.

Der Bayerische Flüchtlingsrat fordert einen Stopp der Abschiebungen nach Afghanistan und eine Neubewertung der Sicherheitslage.

Bayern ignoriert Einschränkungen bei Afghanistan-Abschiebungen

Unter den neun uns bekannten Flüchtlingen, die in Bayern für den Abschiebeflug am 23.01. ab Düsseldorf vorgesehen sind, ist ein Straftäter sowie eine Person, die mehrere Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht vermutlich auch als Straftäter klassifizieren. Die übrigen uns bekannten Flüchtlinge sind Afghanen, denen die Ausländerbehörden vorwerfen, Identitätstäuscher zu sein und ihre Mitwirkungspflichten nicht ausreichend zu erfüllen. Das ist zumeist mindestens zweifelhaft, teilweise regelrecht an den Haaren herbeigezogen. Bayern dehnt diese Kategorie so weit aus, dass beliebig Afghanen festgenommen und abgeschoben werden können.

„Die CSU und die von ihr geführte Regierung opfern Vernunft und Augenmaß dem Streben nach einem Wahlerfolg im Herbst. Wie hier auf dem Rücken von Flüchtlingen Politik gemacht wird, ist schäbig. Abschiebung darf kein Selbstzweck sein, und darf nicht als Wahlkampfinstrument missbraucht werden“, fordert Stephan Dünnwald, Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats. „Der Bayerische Flüchtlingsrat fordert einen Stopp der Abschiebungen in ein Kriegsgebiet.“

Stephan Dünnwald (Bayerischer Flüchtlingsrat)

Unterstützung gesucht

Update: Vielen Dank an alle, die sich gemeldet haben!
Die Unterstützung ist schon angelaufen – wirklich super!
🙂
Wer auch etwas tun möchte, kann sich gern jederzeit melden – es gibt immer was zu tun!

Eine junge Familie aus Sierra Leone mit einem kleinen Kind sucht dringend Unterstützung in Wasserburg. Der Mann ist in der Ausbildung als KFZ-Mechatroniker und besucht die Berufsschule Wasserburg. Er würde sich sehr über Nachhilfe für die Berufsschule freuen. Die Familie ist erst neu nach Wasserburg gezogen. Auch für die junge Frau mit ihrem Kind wäre es toll, wenn sie Kontakt mit anderen Frauen hätte.

Es gibt noch mehr junge Menschen in Wasserburg, die gerne zusätzlich zu den Sprachkursen oder nach Abschluss der Kurse regelmäßig mit netten Menschen Deutsch lernen würden.

Es wäre sehr schön, wenn wir auf diesem Weg einige neue UnterstützerInnen gewinnen könnten – jeder kann sich mit seinen Begabungen einbringen und sich in dem Maße engagieren wie es gerade in den eigenen Alltag passt. Vielleicht entdeckt ihr dabei sogar ganz neue Talente in euch! 😉 Gleichzeitig könnt ihr Wegbegleiter von Menschen werden, die viel zu erzählen haben. Probiert es aus!

Wenn ihr Interesse habt, dann meldet euch einfach über das Kontaktformular.
Vielen Dank!!! 🙂

Aktuelles

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Foto: Raithel
Wenn du schnell gehen willst, gehe alleine.
Wenn du weit gehen willst, gehe MIT ANDEREN.

Weisheit aus Afrika

Wir bleiben gemeinsam auf dem Weg.
Herzlichen Dank allen unseren UnterstützerInnen! 🙂

Neue Angebote für Geflüchtete:

Aktuelles

… zum Thema Arbeitsverbote:

Christel Kamm sowie mehrere ehrenamtliche HelferInnen haben ausgerechnet, was die Arbeitsverbote den Freistaat Bayern und damit den Steuerzahler kosten. Lest hier den interessanten Artikel der Süddeutschen Zeitung dazu:

sz-online: Was Flüchtlinge ohne Arbeitserlaubnis den Staat kosten sollen (19.12.2017)

… zum Thema Afghanistan:

Mitschüler haben für einen Schüler der FOS/BOS in Regensburg eine Petition für ihren Mitschüler gestartet, der nach Afghanistan abgeschoben werden soll. Bitte teilen und untezeichnen!

Der Bayerische Flüchtlingsrat möchte Menschen unterstützen, die nach Afghanistan abgeschoben wurden, obwohl sie hier einen Ausbildungs- oder Arbeitsvertrag hatten. Es gibt ein Spendenkonto und mit diesen Spenden sollen die Kosten für das Arbeitsvisum und den Rückflug von Afghanistan finanziert werden. Hier findet ihr genauere Informationen.

… zum Thema dubiose Abmahnungen wegen Streaming gibt’s hier Infos.

… und eine Stellungnahme des Bayerischen Flüchtlingsrats: „Flüchtlingshelfer und stolz darauf“.

Frohe Weihnachten

Herzlichen Dank an alle UnterstützerInnen, die sich nicht müde machen lassen,
sondern die dableiben und da sind und etwas tun!
Viele Menschen bringen sich auf ihre ganz eigene besondere Weise ein und helfen mit, unser aller Leben in Freiheit und Frieden zu erhalten.

Weihnachten

Sei du selbst die Veränderung, die du dir für die Welt wünschst.

Mahatma Gandhi

Wir sind besorgt über die Arbeitsverbote, die sehr viele Menschen getroffen haben – wegen geringer Bleibeperspektive oder der Unmöglichkeit, sich Papiere zur Identitätsklärung zu beschaffen. Diese Menschen leben hier und viele von ihnen warten jeden Tag darauf, nicht mehr untätig herumsitzen zu müssen, sondern etwas tun zu können.

Wir sind besorgt über die Planung, künftig ankommende Flüchtlingen nur noch in Entscheidungs- und Rückführungszentren unterzubringen, möglichst ohne Kontakt zu Menschen vor Ort, ohne Zugang zu Bildungseinrichtungen, ohne rechtsanwaltlichen Beistand.

Wir sind besorgt über die Abschiebungen nach Afghanistan von Menschen, die bereits jahrelang hier leben, sich gut integriert haben, arbeiten und mit Menschen zusammenleben, die sie lieben.

Wir wollen nicht denen das Feld überlassen, die Stabilität am rechten politischen Rand suchen. Wir sehen besorgt, dass viele Strukturen, die Integration ermöglichen, von der Politik wieder zurückgenommen werden.

Wir wollen nicht, dass radikale oder gewalttätige Flüchtlinge Macht bekommen. Wir sind besorgt darüber, dass Gewalt und Aggression zunehmen, wenn die Menschen keine Chance mehr bekommen, sich zu integrieren.

Deshalb setzen wir uns für die ein, die mit uns in Frieden und Freiheit leben wollen. Viele von den Menschen, die zu uns gekommen sind, werden bei uns bleiben, Migration lässt sich nicht aufhalten. Es ist unsere Aufgabe, Perspektiven und Visionen zu entwickeln. Jeder kann jeden Tag etwas dafür tun, etwas Kleines oder etwas Großes. Wir können nicht warten, dass es ein anderer macht.

Wir wollen in einer friedlichen Welt leben, in der die Hoffnung lebt. Hier ist unser Platz, wo wir etwas dafür tun können. Wir können ein Licht für andere sein – und für uns selbst. Gemeinsam sind wir viele, danke, dass ihr da seid!

Frohe Weihnachten und ein gesundes, glückliches neues Jahr euch allen
– mit viel Mut und Kraft, für das, was uns am Herzen liegt!