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Abschiebeflug nach Afghanistan am 14.08.2018

Update:

süddeutsche.de: Abschiebeflug aus München – 46 Männer an Bord

Pressemitteilung des Bayerischen Flüchtlingsrats vom 14.08.2018 zum Abschiebeflug:

Bayerischer Flüchtlingsrat fordert Abschiebestopp statt Symbolpolitik

Nachtdemonstration in München heute Abend um 20:30 Uhr vom Odeonsplatz aus

Heute soll der mittlerweile 15. Sammelabschiebeflieger nach Afghanistan vom Münchner Flughafen gehen. Wieder betroffen sind junge Männer, die sich hier bereits eine Perspektive aufgebaut haben. Die Bundesregierung missachtet hier nicht nur, dass die Betroffenen in Deutschland bereits gut integriert sind, sie handelt hier auch entgegen der neuesten Erkenntnisse aus dem Lagebericht des Auswärtigen Amtes. Laut dem Bericht ist die Sicherheitslage nach wie vor „volatil“. Die Taliban kontrollieren die Überlandstraßen und somit gibt es keine Möglichkeit für Abgeschobene, von Kabul aus ihre Heimatstädte oder –provinzen zu erreichen. Darüber hinaus werden immer mehr Gebiete durch die Taliban beherrscht oder umkämpft, sodass die Behauptung von vermeintlich „sicheren Gebieten“ unhaltbar ist. Erst vergangenen Freitag wurde die Hauptstadt der Provinz Ghasni von eintausend Taliban-Kämpfern angegriffen. Entscheidungen des Bamf und der Gerichte begründen die Ablehnungen weiterhin mit der inländischen Fluchtalternative.

Der Afghanistan-Experte Thomas Ruttig wird hier noch konkreter: „Die Situation in Afghanistan ist auch unabhängig von der Sicherheitslage desaströs. Da aus den Nachbarländern Iran und Pakistan auch in diesem Jahr wieder hunderttausende Menschen nach Afghanistan abgeschoben wurden oder unter dem Druck ökonomischer Verhältnisse zurückkehrten, verschärft sich die sozio-ökonomische Lage weiter. Und die reichen Europäischen Staaten, vor allem Deutschland und nordeuropäische Staaten, haben nichts Besseres zu tun, als diese Situation noch zu verschärfen, indem sie jeden Monat ein paar Dutzend abgelehnte Asylbewerber zusammenkratzen und dahin bringen. Auch deshalb sind die Abschiebungen eine moralische Schande für unser Land und ein Beitrag zur humanitären Katastrophe in Afghanistan.“

„Dass die Bundesregierung die Abschiebungen nach Afghanistan jetzt weiter forcieren will und damit jegliche Erkenntnisberichte und Einzelschicksale missachtet, ist der Gipfel ihrer Abschiebehysterie“, sagt Agnes Andrae vom Bayerischen Flüchtlingsrat. „Die Abschiebungen nach Afghanistan werden zur reinen Symbolpolitik, die zahlreiche Helfer*innen an ihre Grenzen bringt, potentiell Betroffene in Panik versetzt und letztendlich Menschenleben riskiert.  Darüber hinaus ist der Großteil der – meist jungen – Menschen schon Jahre lang hier in Deutschland, hat die Sprache erlernt, Kontakte geknüpft, geht zur Schule, ist in Ausbildung oder Arbeit und ist Teil der Gesellschaft geworden. Aber es geht nicht nur um Einzelfallentscheidungen. Ein Abschiebestopp ist längst fällig.“

 

Blogbeitrag vom 10.08.2018:

Am kommenden Dienstag, den 14. August 2018 soll der mittlerweile 15. Sammelabschiebeflieger nach Afghanistan starten, diesmal wieder vom Flughafen München. Gefährdet sind alle Afghanen, die sich geduldet in Deutschland aufhalten – auch wenn sie schon jahrelang hier arbeiten, Steuern zahlen und keine Straftaten begangen haben. Weitere Informationen zu der Abschiebung findet ihr auf der Website des Bayerischen Flüchtlingsrats oder unter https://afghanistan.not-safe.de/

In München wird es am Dienstag gegen die Abschiebung nach Afghanistan eine Demonstration um 20:30 Uhr geben, Auftakt am Odeonsplatz.
Zur Facebookveranstaltung >>>

Afghanistandemo 14_08

Bei den letzten Abschiebungen haben sich zahlreiche Organisationen, Gruppen, Vereine, Institutionen und Einzelpersonen an der Banneraktion beteiligt und ein Zeichen gegen die Abschiebungen gesetzt. Hier könnt ihr Bilder davon sehen! Wenn ihr in dieser Galerie dabei sein wollt, dann schickt ein Foto von eurem Protest an den Bayerischen Flüchtlingsrat.

Afghanistan is not safe Poster
Söder und Herrmann haben zugesagt, sich für gut integrierte Menschen aus Afghanistan einzusetzen und Einzelfälle zu betrachten. Gefragt sind nun Berichte von Ehrenamtlichen, Lehrern und insbesondere Arbeitgebern, die sich zu Wort melden. Vielleicht kann auch ein Bündnis von Arbeitgebern entstehen, die nicht länger hinnehmen wollen, dass ihre langjährigen, fleißigen Mitarbeiter abgeschoben werden. Schickt diese Berichte per email direkt an Herrn Söder und Herrn Herrmann.

frontal21: Flüchtlinge aus Afghanistan – integriert und abgeschoben

panorama: Herrmann: „Jeder Fall, der an mich herangetragen wird, wird auch geprüft.“

 

 

Bitte unterzeichnen und teilen

Petition an Bundesaußenminister Heiko Maas von weAct:

Beenden Sie das Sterben im Mittelmeer –
Seenotrettung ist kein Verbrechen!

zeit.de: „Ohne die Lifeline wären wir jetzt tot“

zeit.de: Libyen: „Es gibt dort keine Menschlichkeit“

zeit.de: Seenotrettung – „Wir werden sie niemals zurück in diese Hölle bringen“

AZ-Interview mit Claus Peter Reisch, Lifeline-Kapitän: „Flüchtlinge werden auf dem Meer entsorgt“

Neuigkeiten zur Petition von Ruben Neugebauer:

Liebe Unterzeichner*innen,

ich bin begeistert von Eurer Unterstützung – wir sind schon mehr als 200.000! So viele Menschen unterstützen aktuell die Petition an Außenminister Heiko Maas und fordern ein Ende der inhumanen Flüchtlingspolitik, die Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei Euch bedanken!

Leider gibt es aber auch schlechte Nachrichten: Das Sterben im Mittelmeer geht jeden Tag weiter. Unsere Rettungsschiffe und das Flugzeug sind startklar, aber sie dürfen weiterhin niemanden aus Seenot retten. Und der deutsche Außenminister Heiko Maas? Schweigt dazu. Bislang will Heiko Maas uns nicht mal treffen, damit wir ihm die Unterschriften übergeben und aus erster Hand zur Lage im Mittelmeer berichten können. Deshalb brauchen wir jetzt eure Unterstützung!

Unser Rettungsschiff, die Sea-Watch 3, liegt weiter im Hafen an der Kette. Dass Malta und Italien ihre Häfen für zivile Rettungsschiffe schließen, liegt auch an der deutschen Politik: Würden Deutschland und andere Europäer den Ländern am Mittelmeer zusagen, Gerettete aufzunehmen, anstatt sich weiter abzuschotten, wäre Rettung wieder möglich.

Bitte schaut euch das Video an, in dem Sea-Watch Einsatzleiterin Sandra Hammamy aus dem Hafen von Valetta berichtet, wie es aktuell vor Ort aussieht. Und fordert von Außenminister Maas, die Flüchtlingspolitik nicht länger denjenigen zu überlassen, die Europa zur Festung machen und Menschen “zur Abschreckung” ertrinken lassen wollen.

Helft mit, dass Außenminister Maas unser Video sieht und gegen das Sterben aktiv wird! Teilt dazu den Link zum Video in den Kommentaren seiner Facebook-Seite. Das geht am einfachsten so:

1. Kopiert diesen Link zum Video: https://youtu.be/ROYQiyLvRp8

2. Ruft die Facebook-Seite von Heiko Maas auf: https://www.facebook.com/heiko.maas.98/

3. Postet den kopierten Video-Link als Kommentar unter irgendeinen der Posts auf seiner Facebook-Seite. Gerne auch zusammen mit einem persönlichen Statement, in dem ihr ihn zum Handeln auffordert.

Wer keinen Facebook-Account hat, kann Minister Maas das Video auch per Twitter an @HeikoMaas twittern.
Vielen Dank für Euer Engagement – gemeinsam machen wir weiter!

Herzliche Grüße,
Ruben

PS: Auch auf der Straße sind wir weiter aktiv gegen das Sterben im Mittelmeer. Viele Demo-Termine in ganz Deutschland findet Ihr hier: https://seebruecke.org

#ausgehetzt: Demo am 22.07.2018

Vielen Dank an alle,
die sich am Sonntag an der Demo beteiligt haben
– gegen eine Politik der Angst
– für Demokratie und Menschenrechte!

20.000 (Schätzung der Polizei) bis 50.000 Menschen (Schätzung der Veranstalter)
waren auf der Straße! Unglaublich!!! 🙂

Thomas Lechner, einer der Hauptorganisatoren schreibt:

„Einen Riesendank an alle, die sich im Vorfeld engagiert haben und an alle, die den widrigen Witterungsverhältnissen getrotzt haben.
GEMEINSAM haben wir viel gelernt, viele Zweifel überwunden, Hindernisse aus dem Weg geräumt und natürlich auch Fehler gemacht. Ich denke dennoch, dass diese ungewohnte Form der Kooperation so viel Potential hat, dass wir weitermachen sollten, ja müssen.

Auf youtube und Facebook werden auch nach und nach sämtliche Wortbeiträge vom Sonntag veröffentlicht, damit auch diejenigen unsere Inhalte mitbekommen, die nicht zur Demo konnten. Durch den Hashtag #ausgehetzt lassen sich all diese Beiträge einfach finden. (…) Guckt mal auf die Links unserer Webseite bayernbleibtbunt.de.

Schön ist auch, dass Söder gestern in Bayreuth bei den Wagner-Festspielen von StudentInnen mit Sprechchören empfangen wurde („say it loud, say it clear, refugees are welcome here“) – die Initiative entstand aus einer Gruppe Studierender, die es nicht zur Demo nach München geschafft hatte.

Und noch ein Knaller: das Stadtmuseum hat sich gemeldet und möchte Sammelstücke von der Demo für die Stadtgeschichte archivieren: Flyer, Transparente, Schilder oder andere Dinge die für diese zivilgesellschaftliche Aktion stehen. Sie gehen davon aus, dass das ein historischer Tag war. Wer was zur Verfügung stellen kann bitte melden!“

#ausgehetzt – 50.000 Menschen zeigen das bunte, solidarische Gesicht Bayerns

Hier könnt ihr einige Pressestimmen zur Demo lesen:

Abendzeitung: Ausgehetzt-Demo – So lief der Tag

zeit.de: Zehntausende demonstrieren gegen Asylpolitik der CSU

sz.de: Aufstand der Mutbürger

jetzt.de: Es gibt ihn jetzt wirklich, den „Aufstand der Anständigen“

 

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Liebe UnterstützerInnen,

am Sonntag 22.07.2018 findet in München ab 13.00 Uhr eine große Demo „Gemeinsam gegen die Politik der Angst“ im Bündnis mit verschiedenen Organisationen statt.
Es wird 4 Startpunkte geben und eine gemeinsame Schlusskundgebung mit großem Bühnenprogramm. Der Startpunkt für die Teilnehmer, die sich mit Asyl und Migration befassen, ist am Goetheplatz.

Demo ausgehetzt Plakat

Seid ihr dabei?

Hier erfahrt ihr mehr über den geplanten Ablauf und die UnterstützerInnen der Demo:

Aufruf: Gemeinsam gegen die Politik der Angst

Bitte informiert auch viele Geflüchtete und bringt sie mit!
Hier findet ihr Informationen in arabisch, farsi und englisch:

Aufruf zur Demo in arabisch
Aufruf zur Demo in farsi
Aufruf zur Demo in englisch

sz.de: Bündnis plant Demo gegen CSU-Spitze

 

In den letzten Wochen haben sich viele Menschen in offenen Briefen und Pressemitteilungen zu Wort gemeldet, die die Politik der Ausgrenzung ebenfalls nicht akzeptieren.

Wir sind auch viele!

Hier findet ihr einige der Schreiben:

Bayerischer Flüchtlingsrat: Appell zur Landtagswahl 2018: Menschenwürde statt Abschiebehysterie

zeit.de: Heinrich Bedfort-Strohm beklagt Mangel an Empathie

Berliner Erklärung zum Flüchtlingsschutz

Netzwerk Flüchtlingsforschung: Flüchtlingsforschung gegen Mythen

zeit.de: Steinmeier kritisiert Sprache in der Asylpolitik

Thomas Nowotny auf change.org

zeit.de: Auch ich bin das Volk

Pressemitteilung verschiedener Helferkreise: Schutz geben und Erfolge der Flüchtlingshilfe und Integration nicht kaputt machen

Resolution des 1. Fränkischen Asylgipfels

Weitere aktuelle Publikationen zu dieser Thematik findet ihr unter Presse/Politik.

Abschiebeflug nach Afghanistan 03.07.2018

Zur aktuellen politischen Diskussion – bitte lesen und teilen:

zeit.de: Horst Seehofer: Kein Witz (12.07.2018)

zeit.de: Afghanen in Deutschland: „Ich könnte in Afghanistan nicht mehr leben“ (12.07.2018)

 

Aktuelle Meldung am 11.07.2018:

web.de: Aus Deutschland abgeschobener Afghane erhängt sich in Kabul

 

Pressemitteilung Bayerischer Flüchtlingsrat vom 04.07.2018

„Air Bavaristan: Bayern kennt bei Abschiebung keine Grenzen

Bayerischer Flüchtlingsrat: Hunderte Afghanen flüchten aus Bayern. Die CSU produziert selbst Sekundärmigration

Bei der gestrigen Abschiebung nach Afghanistan hat Bayern allein 51 der insgesamt 69 Abgeschobenen auf den Flug gebracht. Zahlreiche weitere Afghanen wurden gestern polizeilich gesucht, wurden aber nicht angetroffen. Betroffen sind Schüler, Flüchtlinge mit festem Arbeitsplatz, sogar eine Person, die eine zweijährige schulische Ausbildung absolviert, aber nicht rechtzeitig einen Antrag auf Ausbildungsduldung gestellt hatte. Fest steht: es gibt keine Integrationsleistung, die in Bayern vor der Abschiebung schützt.

Das hat desaströse Auswirkungen. Aus allen Teilen Bayerns kommen Mitteilungen, dass Afghanen nicht mehr in der Schule erscheinen, sich verstecken und vor allem aber das Land verlassen. Der Bayerische Flüchtlingsrat geht davon aus, dass zehn Mal so viele, wie gestern abgeschoben wurden, sich auf den Weg nach Frankreich, Spanien oder Italien gemacht haben.

„Das CSU-geführte Bayern entfernt sich immer weiter von einer vernunftgeleiteten Flüchtlingspolitik. Mit größter Härte wird abgeschoben, was geht. Dass genau diese Praxis Sekundäre Fluchtbewegungen auslöst, die die CSU zu bekämpfen vorgibt, wird dabei in Kauf genommen“, kritisiert Stephan Dünnwald, Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats. „Wir erleben den Einbruch einer von Orban inspirierten Abwehrpolitik in Bayern. Setzt Bayern sich mit dieser Politik durch, zerstört dies das ohnehin fragile gemeinsame Europäische Asylsystem und gefährdet die Freizügigkeit im Schengenraum. Wir fordern alle sich für vernünftig haltenden Politiker*innen auf, diesem Treiben Einhalt zu gebieten und Abschiebungen nach Afghanistan zu stoppen.““

 

Frankfurter Rundschau: „Die CSU ist von allen guten Geistern verlassen“ (04.07.2018)

 

Hier die Pressemitteilung des „Bayerischen Staatsministeriums des Inneren und für Integration“:

„Erste Sammelabschiebung abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan nach Aufhebung der Beschränkung auf Straftäter, Gefährder und hartnäckige Identitätsverweigerer (04.07.2018 PM 235/2018)

Erste Sammelabschiebung abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan nach Aufhebung der Beschränkung auf Straftäter, Gefährder und hartnäckige Identitätsverweigerer – 51 abgelehnte Asylbewerber aus Bayern an Bord – Insgesamt 69 Personen nach Kabul zurückgeführt – Bayerns Innenminister Joachim Herrmann: Wir werden Ausreisepflicht weiterhin konsequent durchsetzen – Pauschale Abschiebestopps schlicht unverantwortlich

+++ Gestern um 23:27 Uhr ist vom Flughafen München aus ein Flugzeug mit 69 abgelehnten afghanischen Asylbewerbern an Bord nach Kabul gestartet. Mit 51 abgelehnten Asylbewerbern aus Bayern stellte der Freistaat den Löwenanteil dieser Sammelabschiebung. Es handelte sich dabei ausschließlich um Männer. Unter den abgeschobenen Personen aus Bayern befanden sich insgesamt fünf Straftäter. Neben Bayern beteiligten sich auch die Länder Hamburg, Baden-Würrtemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Berlin, Rheinland-Pfalz, Hessen und Schleswig-Holstein an der Abschiebung. Die Afghanen mussten Deutschland verlassen, nachdem ihnen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechtskräftig kein Asylrecht zuerkannt hatte. Herrmann: „21 der abgelehnten Asylbewerber sind direkt aus der Abschiebungshaft zum Flughafen gebracht worden. Die übrigen ausreisepflichtigen Afghanen aus Bayern wurden alle zuvor von der Bayerischen Polizei so frühzeitig aufgegriffen, dass sie sich einer Abschiebung nicht mehr entziehen konnten. +++

Herrmann betonte, dass Bayern die erweiterten Abschiebungsmöglichkeiten weiter konsequent nutzen werde, denn ein starker Rechtsstaat müsse die Ausreisepflicht verlässlich durchsetzen. „Wenn Behörden und Gerichte in einem rechtsstaatlichen Verfahren zu dem Ergebnis kommen, dass jemand kein Bleiberecht in Deutschland hat, dann muss seine Ausreise folgen. Nur so, mit einem starken Rechtsstaat, der die Pflicht zur Ausreise unbeirrt umsetzt, erhalten wir die notwendige Akzeptanz für unser Asylsystem und für jene, die hier ein Bleiberecht haben und gut integriert werden sollen.“

Herrmann machte nochmals deutlich, dass Abschiebungen nach Afghanistan nach der jüngsten Einschätzung des Auswärtigen Amtes und des Bundesinnenministeriums generell wieder uneingeschränkt stattfinden können und damit die Beschränkung auf Straftäter, Gefährder und hartnäckige Identitätsverweigerer entfällt. „Auch die Bundeskanzlerin hat klar bestätigt, dass Abschiebungen nach Afghanistan wieder ohne Einschränkung möglich sind.“

Herrmann bekräftigte abschließend, dass abgelehnte Asylbewerber die Pflicht zur Ausreise haben und nicht damit rechnen könnten, diese einfach auszusitzen. „Wer ausreisepflichtig ist und nicht freiwillig ausreist, muss jederzeit mit seiner Abschiebung ins Heimatland rechnen. Wer sich dem bewusst entzieht, macht sich strafbar.““

 

Bericht von Ende Juni 2018:

In den letzten Tagen wurden zahlreiche Afghanen verhaftet und in Abschiebehaft gebracht. Bundesinnenminister Seehofer hat den Innenministern der Länder mitgeteilt, dass die bisherige Einschränkung auf Straftäter, Gefährder und hartnäckige Identitätsverweigerer aufgehoben ist. Jeder abgelehnte Asylbewerber soll jetzt von den Ausländerbehörden als abschiebbar gemeldet werden. Auch aus dem Krankenhaus heraus.
Lest dazu die Pressemitteilung vom 28.06.2018.

Der Bayerische Flüchtlingsrat informiert euch auf seiner Webseite über alles, was man tun kann und über geplante Gegendemos.

Lest hier die aktuelle Begründung für die Abschiebehaft eines jungen Mannes aus Afghanistan:

„Pressemitteilung des Bayerischen Flüchtlingsrats vom 2. Juli 2018

Abschiebung statt Ausbildung

Zentrale Ausländerbehörde rechtfertigt Abschiebehaft mit Bemühen um einen Ausbildungsplatz

(…) Bayern hat auch während des Abschiebemoratoriums nach Afghanistan als einziges Bundesland versucht, in großen Zahlen abzuschieben. Auch jetzt geht es Bayern wieder nur um Zahlen – bisher sind dem Bayerischen Flüchtlingsrat 12 Verhaftungen junger Afghanen in Bayern bekannt.

So auch der 27-jährige  Esam aus München. Esam ist 2015 nach Deutschland eingereist und seitdem bemüht, Fuß zu fassen und sich eine Zukunft aufzubauen. Nach mehreren abgelehnten Anträgen um eine Arbeitserlaubnis, hat sich Esam beim Müncher Flüchtlingsrat um eine Aufnahme in ein Patenschaftsprogramm beworben, um seine Deutschkenntnisse zu verbessern. Ende letzten Jahres fand er eine Münchner Bäckerei, bei der er nach einem Praktikum eine Ausbildung hätte anfangen können. Sein zukünftiger Arbeitgeber war begeistert und wollte nach Jahren unbesetzter Stellen Esam unbedingt als Lehrling anstellen. Doch die Behörden zögerten die Entscheidung über den Antrag auf Ausbildungserlaubnis fast ein halbes Jahr hinaus und buchten ihn stattdessen für den Abschiebeflug im Juli. Die Begründung der Zentralen Ausländerbehörde Oberbayerns in Esams Haftantrag ist besonders perfide. Der Versuch eine Arbeits- und Ausbildungserlaubnis zu erhalten wird als eindeutiges Zeichen nicht freiwillig Auszureisen gedeutet und soll die Abschiebehaft vor dem Abschiebetermin rechtfertigen.“

„Bemühungen um einen Ausbildungsplatz als Grund für Abschiebehaft zu nennen, hat eine neue Stufe behördlichen Zynismus erreicht“, kritisiert Johanna Böhm vom Bayerischen Flüchtlingsrat. „Dieser behördlichen Logik zufolge, können Geflüchtete in Bayern gar nichts mehr richtig machen. Integration ist in Bayern ganz offensichtlich nicht gewollt.  Die lebensgefährliche Lage in Afghanistan und die verzweifelte Lebensrealität afghanischer Geflüchteter werden von der CSU stetig ignoriert. Dieser menschenfeindliche Irrsinn der bayerischen Flüchtlingspolitik muss endlich aufhören!“
Johanna Böhm

Afghanistan is not safe Poster

ProAsyl: Keine Orbanisierung Europas

Orbanisierung Postkarten

Informationen von ProAsyl:

„Am 29. Mai 2018 haben die Angriffe der ungarischen Regierung auf die demokratische Zivilgesellschaft eine neue Stufe erreicht: Die dritte Version des sogenannten Stop-Soros-Gesetzes droht ungarischen Bürgerinnen und Bürgern, die sich für Menschen- und Flüchtlingsrechte einsetzen, nun mit Inhaftierung. Die jahrelange rassistische und demokratiefeindliche Hasskampagne soll gesetzlich verankert werden. Orbán hat damit endgültig die menschenrechtlichen Grundlagen eines demokratischen Europas verlassen.

Betroffen von dieser Bedrohung ist besonders das Ungarische Helsinki Komitee (HHC) – unsere Partnerorganisation, die Schutzsuchenden in Ungarn eine unabhängige Rechtsberatung bietet. PRO ASYL zeichnet das HHC für diesen beeindruckenden Einsatz mit seinem diesjährigen Menschenrechtspreis aus. Nun droht unseren mutigen Kolleginnen und Kollegen Gefängnis. Wir stehen ihnen weiterhin zur Seite.“

Zum heutigen Weltflüchtlingstag wurde dieses Gesetz beschlossen!

zeit.de: Parlament stellt Flüchtlingshelfer unter Strafe (20.06.2018)

spiegel.de: Wie Orbán die Helfer in Ungarn drangsaliert (02.07.2018)

Orbanisierung Postkarten

Keine Orbanisierung Europas! ProAsyl hat eine Postkartenaktion an Angela Merkel und Horst Seehofer gestartet, an der ihr euch beteiligen könnt. Hier könnt ihr die Postkarten bestellen.

Einladung zum Nationenfest

Am 23.06.2018 ab 15.05 Uhr findet in Wasserburg wieder das Nationenfest statt.

Nationenfest 2013 4
Foto: Raithel

🙂 Ihr seid herzlich eingeladen, mit uns dieses Fest zu feiern! 🙂

Ihr findet uns in der Herrengasse vor dem Restaurant Herrenhaus – zusammen mit den Selbsthelfern. Es gibt feines Essen aus dem Senegal und aus Afghanistan, Schönes aus Stoff zum Mitnehmen, viele Infos und ein gemütliches Plätzchen zum Ratschen!

Bis dann!

Bitte heute noch weiterleiten!

Update 30.05.2018:

Die junge Frau und ihr kleiner Sohn wurden nicht abgeschoben!

https://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/abschiebung-einer-schwangeren-vorerst-gescheitert-100.html

Abschiebung Adama

Frau RAin Petra Haubner betreut Adama und bittet darum,
heute noch dieses Fax an die Lufthansa weiterzuleiten.

Sie schreibt:

„Liebe alle, ich mache so etwas sonst nicht – aber das hier ist ein extremer Fall und ich bitte Sie alle um Ihr Engagement und Weiterleitung in Ihren Netzwerken.

Frau A.K. wurde am 14.05.2018 in Abschiebungshaft genommen und dabei von ihrem 5jährigen Sohn getrennt. Sie ist hochschwanger, der Entbindungstermin ist am 13.07.2018 und sie wird ab dem 01.06.2018 im Mutterschutz sein. Der Vater des erwarteten Kindes bleibt in Deutschland. Frau A. soll morgen früh nach Italien abgeschoben werden. Mein Eilantrag an das Verwaltungsgericht blieb erfolglos. Am Sonntagabend hatte ich noch eine Verfassungsbeschwerde mit Eilantrag eingereicht. Ob und wann diese vom Bundesverfassungsgericht bearbeitet wird, ist unklar.

Herzliche Grüße

Petra Haubner“